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Wasserstoffbetriebener Zugversuch beginnt in Deutschland | die Welt

Der Siemens-Konzern und die Deutsche Bahn haben die erste Testfahrt ihres Wasserstoffzuges Mireo Plus H durchgeführt und ihr mobiles Betankungssystem getestet. Der Zug fuhr auf den Gleisen des Siemens Prüf- und Verifikationszentrums im nordrhein-westfälischen Wegberg-Wildenrath.

Siemens kündigte an diesem Dienstag (13.09.) an, dass „ab 2024 ein Vollwasserstoffsystem im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt und dieselbetriebene Züge ersetzen wird“. An dem Test nahmen die Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Roland Busch und der Deutschen Bahn, Richard Lutz, sowie der Außenminister des Bundesverkehrsministeriums, Hartmut Hopper, teil.

Wasserstoffbetriebene Züge verwenden eine bemerkenswert umweltfreundliche Antriebstechnologie, da sie nur Wasserdampf emittieren. Die Betankung erfolgt über eine mobile Wasserstoffspeicherstation. Die Technologie verspricht einen wesentlichen Beitrag zur Abschaffung des Dieselkraftstoffs, da diese Antriebsart in naher Zukunft alle dieselbetriebenen Züge im Regionalverkehr ersetzen soll.

Wasserstoffbetriebener Zug startet Test in Deutschland – Foto: Sabrina Adeline Nagel/Alstom/Expression

Im November 2020 stellten Siemens Mobility, Siemens Mobility und die Deutsche Bahn das Projekt H2goesRail öffentlich vor. „Der neue Mireo Plus H-Zug stößt nur Wasser aus. Er hat eine Reichweite von etwa 800 Kilometern und kann bis zu 160 Kilometer pro Stunde fahren. Er ist schnell betankt“, sagte Busch.

Tausende Tonnen CO2 einsparen

Nach Angaben des Siemens-Chefs spart jeder Zug über seine 30-jährige Lebensdauer im Vergleich zu einer Autofahrt bis zu 45.000 Tonnen CO2-Emissionen ein. Das Projekt wird mit 13,74 Millionen Euro Zuschuss des Verkehrsministeriums im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gefördert.

Ein Schlüsselfaktor für die Wasserstofftraktion ist laut der Deutschen Bahn die Betankungsgeschwindigkeit, die so hoch ist wie bei Dieselfahrzeugen. Der Wasserstoff für den Antrieb der Züge wird in Tübingen aus Ökostrom hergestellt, der direkt aus dem Stromnetz der Bahn mittels Elektrolyse von der Sparte DP Energy entnommen wird.

Der Mireo Plus H wird 2024 auf der Strecke zwischen den Städten Tübingen und Pforzheim in Baden-Württemberg in Dienst gestellt. Allein auf diesem Weg würde der Umstieg von Diesel auf Wasserstoff rund 330 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.

Die Deutsche Bahn betreibt noch 3.000 Dieseltriebwagen. Die Mission des Unternehmens ist es, sie in Biokraftstoff umzuwandeln. Bei neuen Fahrzeugen will die Deutsche Bahn auf neue Antriebsformen wie Wasserstoff oder Batterietechnik zurückgreifen.

Ein wasserstoffbetriebener Zug beginnt in Deutschland zu testen – Foto: Siemens/Exposition

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