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Deutschland verurteilt zwei wegen Verkauf von „Krebsmedikamenten“ |  die Welt

Deutschland verurteilt zwei wegen Verkauf von „Krebsmedikamenten“ | die Welt

Das Gericht ordnete die Einziehung fünfstelliger Euro-Beträge an – Foto: Image Alliance/DPA/via DW

Ein Landgericht in der bayerischen Stadt Ingolstadt hat am Freitag (16.) zwei Männer wegen Betrugs an Krebspatienten zu Haftstrafen verurteilt. Beide versprachen „Wundermittel“ gegen die Krankheit.

Der mutmaßliche Drogenlieferant, ein 68-jähriger Mann, wurde zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Ein 57-jähriger Heilpraktiker, der das Produkt verschrieben hatte, wurde wegen Beteiligung an dem Putsch zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die verhängten Strafen blieben jedoch hinter den Forderungen der Staatsanwälte zurück, die für die Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und zehn Monaten bis acht Jahren forderten.

Beide hätten das PG-Vormedikament als schnelles Heilmittel gegen Krebs beworben, ohne dass Beweise für diese Wirkung vorliegen.

„Kura“ kostet bis zu 6.000 Euro

Nach Angaben des Urteilsrichters zahlen die Patienten rund 6.000 Euro (31.600 R$) für das Medikament und haben sogar die traditionelle Behandlung aufgegeben, da sie fest an ein Wundermittel glauben.

Das Gericht ordnete außerdem die Beschlagnahme fünfstelliger Euro-Beträge an, um den Angeklagten den Erlös aus dem Verkauf des angeblichen Wundermittels zu entziehen.

Der Fall wurde durch einen Bericht von TV Stern auf dem Sender RTL öffentlich gemacht. Ein Forscher der Universität Bremen bezeichnete damals das Vorgehen der Angeklagten als „Gewinn“. Über das Leid verzweifelter Patienten.

Das Verfahren dauerte zwei Jahre und ist der bisher längste Prozess vor dem Amtsgericht Ingolstadt.

Das Gericht betonte jedoch, dass die Strafverfolgung und Verurteilungen die Arbeit von Heilpraktikern im Allgemeinen nicht herabwürdigen dürfe.

„Dieser Fall hat nichts mit Naturheilkunde zu tun“, sagte der Richter.