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Deutschland hat die Haushaltsregeln bereits beschlossen. Wer kann in Europa erreichen?

Auf den ersten Blick erscheint die Einigung der beiden regierenden Koalitionsparteien auf die Fiskalregeln der Eurozone nicht so wichtig. Es sei denn natürlich, es ist die Bundesregierung, deren Wort die europäische Politik stark beeinflusst. Diese Woche ist es passiert: Die Semaphor-Koalition aus Sozialdemokraten (SPD), Liberalen (FDP) und Grünen hat sich über den Korridor verständigt, dem die europäischen Haushalte künftig unterworfen sein werden. Deutschland entscheidet nicht allein, aber es bestimmt das Tempo der Debatte. Die Regeln wurden 2020 mit dem Eintreffen der Pandemie ausgesetzt und müssen noch wiederhergestellt werden. 3%-Defizitgrenzen oder Forderungen nach strukturellen Anpassungen und dem Abbau der Staatsverschuldung sind nicht länger Teil der Sorgen der europäischen Regierungen. Sie werden voraussichtlich im nächsten Jahr zurückkehren.

Die Vereinbarung entwickelte sich nicht so weit, wie viele erwartet hatten. Der große Fortschritt für diejenigen, die eine flexiblere Auslegung dieser Mechanismen befürworten, besteht darin, dass Berlin die Staatsschuldenregel aufgegeben hat, die eine Reduzierung der Überschuldung um 1/20 pro Jahr gegenüber der 60-Prozent-Schwelle vorschreibt. Nichts weniger als eine „strikte“ Umsetzung, die von einigen Mitgliedstaaten möglicherweise übertriebene Änderungen erfordert. Die deutsche Idee ist, dass die Länder dem vorsorglichen Teil des Stabilitätspakts beitreten, der sich auf das Erreichen eines mittelfristigen Haushaltsziels und einen nachhaltigen Staatsschuldenpfad bezieht.

Siehe auch  Die Weltwirtschaft überstieg 2022 die 100-Milliarden-Dollar-Marke