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Deutschland leitet Ermittlungen zu chinesischen Handys ein

Laut einem litauischen Bericht können Xiaomi-Handys von Benutzern eingegebene Inhalte analysieren und entschärfen| Foto: EFE / EPA / SASCHA Steinbach

Das Bundesamt für Datenschutz (BSI) hat im September Ermittlungen gegen Handys aus chinesischer Produktion aufgenommen. Die Ermittlungen begannen wenige Tage, nachdem das litauische Verteidigungsministerium eine Erklärung abgegeben hatte, in der es hieß, ein passives Auditsystem entdeckt zu haben, das bei den in Europa verkauften Modellen des chinesischen Herstellers Xiomi aus der Ferne implementiert werden könnte.

Laut der Studie laden Xiaomi-Systemanwendungen regelmäßig die aktualisierte Konfigurationsdatei von einem Server in Singapur herunter. Das Archiv enthält eine Liste von Themen, Namen und anderen Informationen verschiedener religiöser und politischer Gruppen und sozialer Bewegungen – am Ende des Berichts wurden 449 Einträge im Archiv identifiziert.

Auch nach Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums aus dieser Liste kann ein Xiaomi-Gerät vom Benutzer eingegebene Inhalte analysieren und zensieren: Wenn bestimmte Wörter in der Liste mit Schlüsselwörtern übereinstimmen, blockiert das Gerät diese Inhalte.

Das sogenannte Massaker auf dem Tiananmen-Platz enthält Prüfungsbegriffe für „freies Tibet“, „Es lebe Taiwans Unabhängigkeit“ und „Bewegung 89“, die sich auf die gewaltsame Unterdrückung der Proteste durch die chinesische Diktatur im Jahr 1989 beziehen.

Das litauische Verteidigungsministerium analysierte auch die Mobiltelefone zweier anderer chinesischer Hersteller, Hawaii und OnePlus, und berichtete, dass diese Marken und die Telefone von Xiaomi zehn Anzeichen eines Cybersicherheitsrisikos aufwiesen, wie zum Beispiel der Verlust personenbezogener Daten. Die litauische Regierung hat der litauischen Bevölkerung und anderen Ländern empfohlen, Handys chinesischer Marken nicht zu kaufen und sie zu entsorgen, wenn sie bereits eines gekauft haben.

Der Bericht wurde zu einem angespannten Zeitpunkt in den Beziehungen zwischen Litauen und China veröffentlicht: Im August forderte die kommunistische Diktatur ihren Botschafter in Vilnius zur Rückkehr ins Land auf.

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Ein BSI-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur DPA den Beginn der Ermittlungen in Deutschland, machte aber keine weiteren Details.

In einer Erklärung argumentierte Xiaomi, dass seine Geräte die Benutzerkommunikation nicht zensieren. „Xiaomi schränkt kein persönliches Verhalten unserer Smartphone-Benutzer ein, wie z. B. das Suchen, Anrufen, Surfen im Internet oder die Verwendung von Kommunikationssoftware von Drittanbietern. Xiaomi respektiert die gesetzlichen Rechte aller Benutzer vollständig“, sagte das Unternehmen.

Laut einem im August veröffentlichten beratenden Analysebericht ist Xiaomi führend beim Smartphone-Verkauf in Europa und übertrifft den langjährigen Marktführer Samsung mit 12,7 Millionen verkauften Geräten im zweiten Quartal 2021 auf dem Kontinent. Zu den Ländern mit hoher Nachfrage nach Siomi gehören Russland, die Ukraine, Spanien und Italien.