Heidelberg, 21.02.2012 - Nachhaltigkeit par Excellence – Oberoi Catering-Anlage in Indien erhält Auszeichnung
Auf der Intergastra (11.- 15.02.) in Stuttgart wurde dieses Jahr erstmalig durch das Fachmagazin Catering Management der Future Kitchen Award verliehen. Auf der rund 120 qm großen Aktionsfläche des Fachausstellers Catering Management wurde am Montag, 13.02.2012 die Auszeichnung an die i+o Consultants für ihre herausragenen Leistungen bei der Planung und Umsetzung einer energieeffizienten und nachhaltig konzipierten Großküche übergeben. Die i+o hat sich mit ihrem Kunden Oberoi Flight Services um diesen Preis beworben und konnte die Jury von dem zukunftsweisenden Konzept überzeugen: Die Catering Anlage am IGI (Indira Gandhi International) Flughafen in Delhi erhielt den 1. Platz.
Bereits im ersten Briefingtermin haben die Verantwortlichen der Oberoi Unternehmensgruppe sich klar positioniert, „wir wollen eine moderne, zukunftsweisende und vor allem energieeffiziente Anlage bauen und damit nicht nur in Indien einen Benchmark setzen“. so Zafar Siamwala, Chief Operating Officer der Oberoi Flight Services. Die darauf folgenden Konzepte überzeugten Oberoi, und die i+o Consultants wurden als Generalplaner beauftragt und waren gesamtverantwortlich für Masterplanung und Architektur, die Gestaltung der Logistikprozesse, für Haustechnik und Produktionstechnik sowie die Systemauswahl der Einrichtung und Geräte. Von der Konzeptionierung bis hin zum Anlaufmanagement der Anlage haben die i+o Consultants aus dem Headquarter in Heidelberg zusammen mit ihren Kollegen aus Singapur und Dubai ihren Kunden durch alle Projektphasen begleitet. Die Anlage wird Anfang März 2012 den Betrieb aufnehmen.
Grund für den Bau der neuen Catering-Anlage war die Erweiterung des Flughafens in Neu-Delhi, wodurch einige Grundstücke für eine neue Runway zu weichen hatten. So auch die bislang bestehende Catering-Anlage. Mit einer Produktionskapazität von ca. 18.000 Mahlzeiten pro Tag sollte die neue Catering-Anlage ausgelegt werden.
Nachhaltigkeit: Intelligente Nutzung der Ressourcen
Bei der Konzeption der neuen Anlage wurden nachhaltige Aktiv-und Passivlösungen intelligent kombiniert. So wurde auf dem Dach des Gebäudes eine große Photovoltaikanlage installiert. Ein Teil des benötigten Stroms wird dadurch selbst produziert. Zudem dienen die montierten Solarpanels als Sonnenschutz und kühlen das Gebäude.
Der selbstständigen Temperaturregulierung dient eine 60 cm starke Betonmauer an der Westseite des Gebäudes. Sie speichert tagsüber Wärme, die sie nachts wieder an die Umgebung abgibt. So lassen sich die enormen Temperaturschwankungen abmildern. Ebenfalls isolierend wirkt der auf dem Dach des Hauptgebäudes angelegte Garten, in dem Gewürze für die Speisenproduktion angebaut werden. Bewässert wird mit Regenwasser aus einem unterirdischen Auffangtank. Darüber hinaus kommt eine Wasseraufbe-reitungsanlage zum Einsatz.
Prozess: Effizienz und Hygienesicherheit
„Ein Ziel der Planung war eine deutliche Steigerung der Prozess-Effizienz gegenüber der Anlage, die bisher in Betrieb war. So ist etwa der Ware-Wash-Bereich automatisiert, in der Logistik haben wir uns maßgeblich für manuelle Prozesse entschieden. Alle Bereiche wurden mit Blick auf kurze Wege angeordnet, das spart Zeit“, so Tan Hang Seong, Gesamtprojektleiter und General Manager des Büros in Singapore.
Um den strengen internationalen Hygienevorschriften zu entsprechen, ist die gesamte Anlage in Hygienezonen unterteilt. Über zentrale Umkleiden und Hygieneschleusen gelangt das Personal zu den Arbeitsbereichen. Auch die Ausgestaltung der Produktionsbereiche folgt den Hygieneauflagen. So sind viele Kochgeräte freitragend montiert, was eine einfache Reinigung ermöglicht. Ein moderner Tandori-Ofen wurde integriert, dessen Ver- und Entsorgung sauber erfolgt. Der Abfall wird über ein Vacuum System hygienisch sicher entsorgt.
Integrated Building Design: Form and Function in Concert
Das Gebäuderaster wurde strikt eingehalten, modulare Elemente kommen zum Einsatz. Etwa sind Treppenhäuser, Aufzüge und Versorgungsschächte gleich konstruiert, Räume und Gänge in den Stockwerken identisch aufgebaut. Das ist effizient, ermöglicht eine kurze Bauzeit und erhöht die Sicherheit im Betrieb.
„Durch die gesamthafte Planung war es möglich, die optimale Prozessgestaltung mit der Architektur zu vereinen. Unserem Credo „form and function in concert“ folgend, wurde die Catering Anlage aus einer Hand geplant und Gebäude sowie Prozessstruktur so angelegt, dass eine spätere Erweiterung zudem einfach möglich ist“, erläutert Jeremy Hotchkiss, Architekt und Partner der i+o.
Die Jury-Mitglieder
Zum Kreis der Jury gehörten in diesem Jahr: Carsten Zellner, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Fachplaner (VdF), Urs Jenny, Präsident der ENAK Schweiz, Frank Sager, Leiter Catering & Eventmanagement Beiersdorf AG, Frank Bartels, selbstständiger Großküchen-Berater, Andreas Helm für den HKI Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik e.V. sowie Daniela Müller, Chefredakteurin von Catering Management.
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