Alpenrod, 14.05.2009 - Zur wirtschaftlichen und hochwertigen gratfreien Löcherstanzung in Behälter setzt SSI Schäfer – einer der weltweit führenden Anbieter von Kommissionier- und Transportkästen – an seinem Standort Neunkirchen seit kurzem auf eine Stanzmaschine der AMI Förder- und Lagertechnik GmbH aus Alpenrod. AMI realisierte sowohl die Planung als auch die Konstruktion und Umsetzung der neuen Bearbeitungslösung, die individuell auf die Bedürfnisse von SSI Schäfer zugeschnitten ist. Vier parallel arbeitende Stanzstempel sorgen für eine zeitsparende und komplett gratfreie Stanzung.
„Unser Anspruch ist es, unsere Produkte ständig weiterzuentwickeln und dabei einen gleichbleibend hohen Qualitätsanspruch zu erfüllen. Für unsere neueste Entwicklung, ein variables Trennwandsystem für unsere Transport- und Kommissionierbehälter, war es notwendig, eine effiziente Stanzlösung zu finden“, erklärt Diethelm Hirz, technischer Leiter Kunststoffprodukte bei SSI Schäfer.
Das Unternehmen ist einer der größten Komplettanbieter und Komponentenhersteller hochwertiger Produktsysteme für Lager-, Betriebs- und Büroeinrichtungen sowie Kommissionier- und Fördertechnik. Zum Produktportfolio gehören beispielsweise mehr als 2.000 Ausführungen von Lager-, Kommissionier- und Transportkästen. Vor 70 Jahren gegründet, verfügt das Familienunternehmen heute über 16 Produktionsstätten auf drei Kontinenten und ist weltweit in über 50 Ländern vertreten.
Aufgabenstellung und Projektumsetzung
Das neue Trennwandsystem ermöglicht eine flexible Innenraumunterteilung von Transport- und Kommissionierbehältern. Für eine schnelle und unkomplizierte Handhabung werden die Trennwände dabei in kleine Löcher in den Behälterwänden eingehängt. Im Rahmen des Produktionsprozesses müssen deshalb an mehreren Stellen gratfreie Stanzungen eingebracht werden. Bisher wurden die Löcher teilweise gebohrt oder gespritzt – beide Verfahren erwiesen sich bei der hohen Stückzahl der neuen Produktserie als unrentabel. Zudem setzte SSI Schäfer eine marktübliche Stanze ein, die aufgrund der vielen notwendigen Arbeitsschritte nicht effizient war. „Das neue Trennwandsystem erfordert mehrere Löcher auf allen vier Seiten der Behälter. Deshalb suchten wir nach einer wirtschaftlich sinnvollen Alternative und entschieden uns für die Anschaffung einer neuen Stanzmaschine mit vier Stanzwerkzeugen. Eine zentrale Projektanforderung war dabei, dass diese in der Lage ist, alle erforderlichen gratfreien Stanzungen in nur einem Arbeitsschritt vorzunehmen“, erläutert Diethelm Hirz.
Die Automatisierungs- und Fördertechnikexperten von AMI setzten diese Vorgaben innerhalb kürzester Zeit um und entwickelten eine individuell auf die Anforderungen von SSI Schäfer abgestimmte Stanzmaschine. Dabei wird der Behälter nur einmal in die Maschine eingebracht und dort innerhalb von fünf Sekunden in einem Arbeitsschritt von vier Seiten gestanzt. Möglich ist dies bei allen Wandstärken bis zu vier Millimetern. „Die größte Herausforderung bestand für uns darin, einen Stanzstempel mit einem Schliff zu entwickeln, der komplett gratfrei stanzt“, erinnert sich Stefan Brenner, Geschäftsführer der AMI Förder- und Lagertechnik GmbH. Da SSI Schäfer die Behälter während der Einführungsphase zunächst auftragsbezogen fertigt, war eine flexible Einsatzweise der Stanzmaschine extrem wichtig. AMI realisierte deshalb eine transportable Lösung: Die Maschine kann daher mit einem Stapler problemlos innerhalb des Betriebes versetzt werden.
Zurzeit ist die neue AMI-Stanzmaschine in einen Kombinationsarbeitsplatz integriert. Hier schweißt ein SSI-Schäfer-Mitarbeiter zunächst eine Verstärkungsbodenplatte in den Behälter ein und setzt ihn im Anschluss auf den Rahmen der Stanzmaschine auf. Anschließend bringt ein herunterfahrender Niederhalter den Behälter in Position. Nach der Zentrierung des Kastens führen die vier Stempel die gratfreie Stanzung durch. Ein Auswerfer hebt dann den Behälter aus. Zukünftig wird anschließend ein Handlingsystem den Behälter abgreifen und ihn auf einem bereits vorhandenen Förderband puffern. Über die Fördertechnik ist die Stanzmaschine mit einem manuellen Arbeitsplatz verbunden, an dem die Trennwände eingesetzt werden.
Projektablauf und Anbieterauswahl
Die Integration der neuen AMI-Stanzmaschine erfolgte im laufenden Betrieb und innerhalb kürzester Zeit, da SSI Schäfer bereits erste Aufträge für die neue Produktserie vorlagen und diese fristgerecht realisiert werden sollten. Zwischen Auftragsvergabe und dem ersten Einsatz im Echtbetrieb lagen gerade einmal drei Monate. „Sondermaschinenbau ist Vertrauenssache. Man muss das Gefühl haben, dass der Projektpartner weiß, wovon man spricht. Denn man kann – gerade unter Termindruck – nicht immer alles bis ins letzte Detail dokumentieren, sondern muss irgendwann einfach loslegen. Bei AMI hatten wir sofort ein gutes Gefühl und das war für uns der ausschlaggebende Punkt, den Auftrag an das Unternehmen zu vergeben“, resümiert Diethelm Hirz.
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